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Bourette

Bouretteseide

Bouretteseide in einem Braunton

Einordnung unter den Seidenarten

Bouretteseide gehört zu den sogenannten Stapelfaser-Seiden. Im Gegensatz zu glatten Seidenarten wie Haspelseide (Filamentseide) oder Schappeseide wird Bourette aus kurzen Fasern hergestellt. Dadurch entsteht eine matte, natürliche Oberfläche mit feiner Körnung. Während Haspelseide für Glanz und Eleganz steht, verkörpert Bourette die ruhige, warme und naturbelassene Seite der Seide.

Was ist Bouretteseide?

Bouretteseide ist ein natürliches Seidengewebe mit einer charakteristischen, leicht noppigen Oberfläche. Diese Struktur entsteht durch die Verarbeitung kurzer Seidenfilamente und Kokonreste, die beim Abhaspeln der langen Seidenfäden übrig bleiben. Trotz dieser Herkunft ist Bouretteseide keineswegs ein minderwertiges Material – im Gegenteil: Sie besitzt eine ganz eigene, warme und natürliche Ausstrahlung.

Die Oberfläche ist weich, matt und angenehm körnig. Bourette fällt eher locker, ist blickdicht und hat eine ruhige, natürliche Optik, die sie von glatten Seidenarten wie Pongé oder Satin deutlich unterscheidet.

Herstellung

Für Bouretteseide werden die kurzen Fasern verwendet, die beim Abhaspeln der langen Filamente anfallen. Diese Fasern werden gereinigt, versponnen und anschließend zu einem weichen, strukturierten Garn verarbeitet. Aus diesem Garn entsteht ein Gewebe mit einer leicht unregelmäßigen, lebendigen Oberfläche.

Der sogenannte Seidenleim (Sericin) bleibt bei Bourette teilweise erhalten. Er ist verantwortlich für den typischen, leicht nussigen Geruch und trägt zu den hautfreundlichen Eigenschaften bei.

Bourette vs. Schappe vs. Haspelseide

  • Haspelseide (Filamentseide): lange, endlose Fasern; glänzend, glatt, sehr fein.
  • Schappeseide: aus längeren, aber nicht endlosen Fasern; etwas matter, leicht unregelmäßig.
  • Bouretteseide: aus kurzen Fasern; matt, körnig, warm, natürlich.

Alle drei Seidenarten stammen vom gleichen Rohstoff, unterscheiden sich jedoch deutlich in Optik, Haptik und Einsatzbereich.

Eigenschaften

  • angenehm weiche, leicht körnige Oberfläche
  • natürliche, matte Optik
  • atmungsaktiv und temperaturausgleichend
  • antibakteriell und hautberuhigend
  • robust und langlebig
  • blickdicht und saugfähig

Durch den Restgehalt an Sericin wirkt Bouretteseide auf der Haut besonders angenehm und wird oft bei empfindlicher oder gereizter Haut empfohlen.

Warum Bourette oft unterschätzt wird

Viele Menschen verbinden Seide ausschließlich mit Glanz und Eleganz. Bourette entspricht diesem Bild nicht – und wird deshalb häufig übersehen. Dabei bietet sie Eigenschaften, die glatte Seidenarten nicht haben: eine natürliche Haptik, hohe Robustheit, ein warmes Hautgefühl und eine unaufdringliche Optik. Gerade für Menschen, die Seide „fühlen“ statt „sehen“ möchten, ist Bourette ideal.

Herkunft

Bouretteseide wird überwiegend in China und Indien hergestellt. Chinesische Bourette ist meist weicher und gleichmäßiger, während indische Bourette etwas rustikaler wirkt. Beide Varianten haben ihren eigenen Charakter und eignen sich für unterschiedliche Anwendungen.

Verwendung

Bouretteseide ist vielseitig einsetzbar und eignet sich besonders für Projekte, bei denen eine natürliche Haptik und ein angenehmes Tragegefühl im Vordergrund stehen.

Bekleidung

  • Baby- und Kinderkleidung
  • Unterwäsche und Nachtwäsche
  • Shirts, Blusen und Kleider
  • Freizeit- und Wohlfühlkleidung

Heimtextilien

  • Kissenbezüge
  • leichte Decken
  • Vorhänge und Raumteiler

Pflegehinweise

  • Schonend von Hand oder im Feinwaschgang waschen
  • milde Seiden- oder Wollwaschmittel verwenden
  • nicht wringen, nur sanft ausdrücken
  • liegend trocknen, direkte Sonne vermeiden
  • bei Bedarf auf niedriger Stufe von links bügeln

Bouretteseide ist pflegeleichter als viele andere Seidenarten und verzeiht auch häufigeres Waschen.